Schlag auf Schlag – Zwei Events in kurzer Zeit

Nur kurze Zeit hintereinander war des Technischen Museums BGS Rosenheim in Sachen
„Historie“ bei zwei großen Events gefordert

Tag der offenen Tür 60 Jahre Bundespolizeiabteilung Bayreuth

Die Bundespolizeiabteilung Bayreuth trat mit der Bitte um Unterstützung mit historischer Ausrüstung für ihren Tag der offenen Tür an das Museum heran.

Am 14.06. bis 17.06.2018 machten sich dann die Kollegen H. Kneitinger, H Eigner, H Matheis und H. Maier mit vier historischen Fahrzeugen im Gepäck auf die Reise nach Bayreuth.


Ein Hanomag AL 28 und ein VW 181 Kurierwagen sowie ein Krad BMW 250 R 27 und eine Hercules 125 wurden auf zwei Autotransportanhänger und in einen Verteiler LKW der Regionalen Bereichswerkstatt Rosenheim verladen. Zusätzlich wurden zwei Schaufensterpuppen als Ausstellung für Uniformen mitgenommen. Eine Puppe bekleidet mit einer Kradmelder Ausstattung aus den frühen 60 Jahren und die zweite Puppe mit der Kleidung des Ordnungsspersonals der Olympischen Spiele 1972 in München Mit dieser Kleidung, kreiert von dem Modemacher Oestergard, waren die eingesetzten Grenzschutzbeamten bei der Olympiade 1972 bekleidet.


Am Tag der offenen Türe in Bayreuth fanden ca. 2000 geladene Gäste und Ehemalige den Weg in die Unterkunft Bayreuth

Auch die Langlauf Legende der 70Jahre, Herr Walter Demel ließ es sich nicht nehmen zu kommen.

 

40 Jahre Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ) Swisttal 

Das Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ) Swisttal bei Heimerzheim beging am 09.09.2018 ihr 40-jähriges Bestehen.

Wieder war Historie aus der Geschichte des BGS/Bundespolizei gefragt. Geplant war, dass die Bundespolizeiakademie in Lübeck, zu dem das AFZ Swisttal gehört, mit dem Bundespolizeimuseum Lübeck diesen Part bestreichen solle.
Das Personal des Bundespolizeimuseums ist aber zurzeit so stark in die Aus- und Fortbildung der neu eingestellten Vollzugsbeamten integriert, das eine Unterstützung einfach nicht machbar war.
Durch die gute Zusammenarbeit des Bundespolizeimuseums Lübeck mit dem Technischen Museum BGS Rosenheim konnte der Wunsch des AFZ Swisttal auch Historie zu zeigen, erfüllt werden.

Am 08.09.2018 um 06:30 Uhr rollte der bereits in Bayreuth bewährte Konvoi nach Swistal.


Nur diesmal waren die historischen Fahrzeuge ein Mercedes 280 gepanzert und wieder der altbewährte VW 181 sowie das Krad BMW 250 R 27 und ein Krad Maico 250.

Da in Swisttal auch die Auslandseinsatzkräfte beheimatet sind, entschied sich die Vorstandschaft des Museums für diese Fahrzeugausstattung.

Der 09.09.2018, der Veranstaltungstag, war ein wunderschöner Tag mit 30 Grad Hitze und 12 000 Besuchern.


Das Museumspersonal, die Kollegen H. Kneitinger H. Steck, H Inninger und H. Heinzl hatten alle Hände voll zu tun um den Wissensdrang der Besucher zu erfüllen. Höhepunkte der Präsentation waren zwei Modenschauen, bei denen die alte und neue Uniformausstattung gegenübergestellt wurde. Selbst der Moderator trat in historischer Uniform (Uniform der Einsatzkräfte in Mostar, Bosnien/Herzegowina, der WEU von 1995 bis 1996) auf.


Am Montag dem 10.09.2018 ging für alle Beteiligten des Museums ein ereignisreiches Wochenende mit einer glücklichen, unfallfreien Rückkehr zu Ende.

Eine kleine Anekdote am Rande:

Bei der Hinfahrt nach Swisttal, standen die beiden Transportgespanne im Stau an einer Baustelle.

Plötzlich rief eine Frau aus einem neben dem Transport-Lkw stehenden Fahrzeug zum Fahrer des LKW, sie sei Europaabgeordnete und wisse nichts von einer WEU Mission! Wohin solle das Fahrzeug das der LKW geladen hatte? Ist dies eine neue Mission?
Der Kollege der den LKW fuhr, antwortete mit seiner eigenen bayerischen Ruhe, „na!“
„ois nur oide Autos“ „mir fahrn nach Swisttal aufe!
Befriedigt mit der ihr unverständlichen Aussage kurbelte sie das Fenster wieder hoch und fuhr von dannen.

Peter Heinzl

Historie auf Achse

Am 03.10.2018 beteiligte sich das Technische Museum BGS Rosenheim mit zwei Fahrzeugen an einer großen historischen Ausfahrt von Einsatzfahrzeugen verschiedenster Art.

Das Feuerwehrmuseum Bayern in Waldkraiburg hatte zu einem Treffen der besonderen Art eingeladen.


Unter dem Titel „classic-meets-fire“ trafen sich historische Feuerwehr-, Bayerisches Rotekreuz-, Malteser-, BGS-, Zivilschutz- und andere ehemalige Einsatzfahrzeuge in Waldkraiburg.

Eine Bunte Mischung von „Blaulichtfahrzeuge“ aus der Geschichte der Bundesrepublik gaben sich ein Stelldichein.

Viele Teilnehmer waren auch entsprechend zu ihren Fahrzeugen mit den passenden Uniformen bekleidet.

Pünktlich um 09:30 Uhr trafen sich in Rott am Inn die Fahrzeugkolonne des BRK aus Holzkirchen und die BGS Fahrzeuge.


Wie in alten Zeiten wurde dann die Kolonne bestehend aus neun Fahrzeugen zusammengestellt!

  • Erstes bis vorletztes Fahrzeug blau Flagge, letztes Fahrzeug grüne Flagge! Abblendlicht ein!
  • Marschbegleitung durch zwei Kradmelder!

Fotos „Kolonne auf dem Marsch“


In Gars (Bahnhof) am Inn gesellte sich dann noch ein DKW Munga 8 des ehem. Zivilschutzes, der einem befreundeten Fahrzeugsammlers gehört, zur Kolonne.

Kaum in Waldkraiburg angekommen, belagerten die ersten Besuche auch schon die präsentierten Fahrzeuge.

Foto „Aufstellung vor dem Eingang Feuerwehrmuseum“


Am Nachmittag wurde dann noch vom Vorstand des Feuerwehrmuseums Herrn Süsse und dem Herrn Oberbürgermeister von Waldkraiburg die verschiedenen Teilnehmer mit einem Ehrenpreis geehrt.

Die BRK-Kolonne Holzkirchen und wir waren ebenfalls mit einem Ehrenpreis bedacht.

Foto „Preisverleihung“


Nach einem langen, schönen Tag traten wir in Kolonne die Heimfahrt an und alle kamen ohne Probleme in ihre Heimatstandorte zurück.

von Peter Heinzl

OV Moosschwaige-Germering zu Besuch im BGS Museum

OV Moosschwaige-Germering (C19) zu Besuch im BGS-Museum bei Rosenheim

Die dritte Exkursion zu Technikmuseen führte uns zur Sammlung des ehemaligen Bundesgrenzschutzes (BGS) in Rosenheim. Bisher waren die Militärgeschichtliche Sammlung auf dem Fliegerhorst Lechfeld und die Lokwelt Freilassing auf dem Programm gestanden. Allen Besuchen war gemeinsam, dass die Erklärer vor Ort sich aus ehemaligen Betriebsangehörigen rekrutierten. So war es mal ein Telegrafielehrer, mal ein Lokomotivführer oder nun ein Funkbeobachter beim BGS. Es hat schon einen eignen Reiz den Erzählungen der Zeitzeugen zuhören zu dürfen. Und mancher von uns fragte sich, wer wird später unseren Kindern und Enkeln so bewegend erzählen können?

Richtig cool war es im Fall des Besuchs am 16.6.2018. Wir standen im Funkgeräteraum des Technikmuseum, von wo aus montäglich mit historischen Geräten eine 80-Meter-Runde geleitet wird. Unser Führer durch die Ausstellung war der hier aktive Funkamateur OM Knese, DL4MCN.

Was hat am meisten beeindruckt? Die C19-Mitglieder nannten unisono „die Agentenfunkgeräte und die Funkpeiler“. Auch die mechanischen Morsegeber im Hosentaschenformat – jedoch bedienbar von Spionen, die gar nicht morsen konnten! Jeder von uns fand etwas, was YL oder OM speziell ins Auge fiel. So zum Beispiel die winzige Drahtwickelantenne oder im Gegensatz dazu die dicken MIL-tauglichen Anschlussstecker. Innerdeutsche Grenzschilder, Motorräder und Uniformen erinnerten an alte Zeiten, meinte eine YL. Manche nannten den gepanzerten Fuhrpark mit all seinen Kamera- oder waffentechnischen Ausrüstungen als ihr Highlight. Den Schreiberling dieser Zeilen begeisterten die Fernschreibeinrichtungen.

Einer unserer Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Ich wusste nicht, dass der Aufgabenbereich des BGS so umfangreich gewesen ist.“

Klaus Welter, DH6MAVOV Moosschwaige

Hier geht’s zu den Fotos auf www.darc.de

Wer hätte das gedacht!

Vor ca. 6 Jahren fand ein außergewöhnliches Exponat den Weg in unser Museum.
Viele Jahre schlummerte es in einer verborgenen Ecke im Dachgeschoß der ehemaligen
2. Hundertschaft der GSA T Süd in Rosenheim dahin.
Dank unseres Vereinsmitgliedes „Fifi“ Meißner gelangte das dort
schlummernde Modell
– der Altar-Insel für den Eucharistischen Welt-Kongresses des Jahres 1960 –
zu uns ins Museum.

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Niemand konnte nähere Angaben über die Geschichte dieses Modells machen. Doch am Samstag, den 16.04.2016 kam Licht ins Dunkel. Durch Zufall erfuhr Herr Werner Limmer, der 1960 Angehöriger des BGS war, dass „Sein Altarmodell“ noch existiert. Daraufhin setzte er alle Hebel in Bewegung,
um es im Museum zu besichtigen. Herr Limmer war als Wachtmeister im BGS und gelernter Schreiner 1960 beim Aufbau der Altarinsel auf der Theresienwiese in München beteiligt. Im Winterhalbjahr 1961/62 hat er das Modell geplant und mit noch 3 Kameraden angefertigt.

Das Original beim Aufbau auf der Theresienwiese in München 1960:

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Original-Maße:
• 160 m im Durchmesser, ca. 9 m hoch, alles aus Holzbindern zusammengeschraubt
• im Unterbau des äußeren Tribünen-Bereichs waren die Räume für die Sakristeien,
Feuerwehr, des Roten Kreuzes, Umkleideraume, WC-Anlagen usw. untergebracht.
• Die vier Unterbau-Eingänge (nach Himmelsrichtungen ausgerichtet waren so groß,
dass man mit einem Lkw dort einfahren konnte.
• Gute solide Zimmermannsarbeit

Eindrucksvoll erzählte uns Herr Limmer die Geschichte der Entstehung und der weiteren Verwendung
des Modells. Lassen wir ihn erzählen:

„Also, nach Beendigung des Eucharistischen Weltkongresses, wurde die Altarinsel durch den BGS wieder abgebaut und das Material nach Bad Tölz verbracht. Dort wurde das Material verwertet. Jeder Mitarbeiter an der Altarinsel erhielt als Anerkennung vom Vatikan (Papst Johannes XXIII) durch einen Beauftragten des erzbischöflichen Ordinariats München eine goldene Medaille mit Urkunde ausgehändigt.

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Herr Werner Limmer und Frau Resi Greiler heute beim Besuch unseres Museums.

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Ende 1960 trat ich dann an meinen Hundertschaftsführer Hauptmann i. BGS Quentin heran und schlug ihm vor, man sollte dieses Bauwerk doch irgendwie in Erinnerung halten. Es wäre schön, wenn wir es als Modell bauen könnten! Der Hundertschaftsführer war kein Baufachmann und fragte mich: Können sie das? Ich sagte, ich bin gelehrter Schreiner und wenn noch jemand mithilft, müsste das zu machen sein. Mit drei weiteren Kameraden (Horst Barthel, Franz Killinger und Albert Greiler) habe ich überlegt, wie wir das hinkriegen könnten.

Aus Holz und Kunststoff entstand dann die Altarinsel im Maßstab 1:50. Natürlich wurde der Modellbau auf Grund dienstlicher Belange immer wieder unterbrochen. Ein Kamerad – gelernter Schlosser – hat aus Schweißdraht die Gitterstützen des Zeltdaches gefertigt und die Ehefrau vom Kameraden Albert Greiler – Resi Greiler die Näherin war, hat den Baldachin und das Altartuch genäht“. Das Modell wurde dann vom BGS an das erzbischöfliche Ordinariat des Bistums München als Geschenk übergeben und blieb einige Jahre im Münchener Liebfrauendom ausgestellt. Nach einigen Jahren (Zeitraum unbekannt) wurde das Modell an den BGS zurückgegeben und in Rosenheim eingelagert!
„Eingelagert“!!! Hmmm!!!
Ja, bis zum Zeitpunkt wo es wieder auftauchte!

Wir danken Herrn Werner Limmer!

Text: Peter Heinzl, Peter Schuster
Bilder: Werner Limmer