Logistik

Wie die Verpflegung so die Bewegung -oder- Ohne Mampf kein Kampf!

So lauten alte Sprüche aus der Armee, die aber auch im Sprachbereich der Einsatzkräfte des ehemaligen BGS und der jetzigen Bundespolizei im Gebrauch waren und sind!
Denn wenn die Verpflegung nicht funktioniert, die Unterbringung schlecht ist und die benötigten Reparaturen oder das Funkgerät nicht funktioniert, schlägt sich dies sehr negativ auf die Moral der Einsatzkräfte nieder.

Logistik:


Die Logistik ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Einsatzes.
Das war in der Vergangenheit genauso wie Heute!
Tragende Säule der Logistik vor Ort ist der Führer der Versorgung oder wie er in alten Zeiten auch genannt wurde der „Spieß“!
Doch der Spieß/Innendienstleiter/Führer der Versorgung kann nicht arbeiten, wenn es nicht die Frauen und Männer in der Gemeinschaftsküche, der Verwaltung, die Mechaniker in den Werkstätten oder den Sanitäter im Sanitätsdienst nicht gäbe.
In jeder Einsatzeinheit, z. B. in einer Hundertschaft, ist die Logistik mit beheimatet.
Da gibt es den Führer der Versorgung, den Bearbeiter Kraftfahrwesen und den Fourier.


Auf Abteilungsebene sind dann vertreten die entsprechenden Sachbereiche, nach Aufgaben gegliedert. Diesen Sachbereichen sind dann nachgeordnet, die für die Unterbringung und Verpflegung verantwortliche Verwaltung, für die Instandsetzung die einzelnen Werkstätten für Kraftfahrzeuge, Waffen und Gerät sowie die Werkstatt für das Fernmeldematerial.
Im „alten BGS“ gab es auch noch die Bekleidungskammer mit ihren Fachhandwerkern, dem Schneider, dem Schuster und dem Bekleidungswart. Diese Struktur ist heute bei der Bundespolizei nur noch im zentralen Versorgungslager in Hundstadt vorhanden.

Sanitätsdienst:

Bei jedem Einsatz muss damit gerechnet werden, dass es zu Verletzungen bei den Einsatzkräften kommen kann. Daher ist es unumgänglich, dass ein Sanitäter oder auch ein Arzt mit entsprechender Ausrüstung in der Nähe ist. Beim BGS war das schon immer gegeben und bei nicht Einsätzen hatten die Ärzte und das Sanitätspersonal die medizinische Versorgung der Beamten sicherzustellen.

In jedem Standort gab es ein „Krankenrevier“ das diese Aufgaben zu erfüllen hatte.


In den Anfangsjahren waren die Sanitäter und der Arzt noch nicht durch das Genfer Rotkreuzabkommen geschützt und durften auch das Rot-Kreuz nicht verwenden. Als äußeres Zeichen, dass sie Sanitätspersonal waren, trugen sie eine Armbinde in der Farbe Weiß mit einem grünen Kreuz.
Erst in den späten fünfziger Jahren wurde der Sanitätsdienst des BGS unter den Schutz des Genfer Abkommen gestellt.
Das Bedeutete, die Armbinde musste vom Internationalen Roten-Kreuz abgestempelt sein und der Träger hatte einen entsprechenden Ausweis.
Auch auf den Fahrzeugen durfte das Rot-Kreuz erst nach dieser Anerkennung verwendet werden.
Die Hauptursache dieser Regelung war, das die Beamten des BGS keine Kombattanten waren.


Heute ist diese Regelung nach wie vor für den San-Dienst gültig. Die Beamten der Bundespolizei haben aber keinen Kombattantenstatus mehr.
Für die heutige Aufgabenstellung ist dies auch nicht mehr nötig.

Pionierwesen

Pioniere oder Technischer Einsatzdienst

Die Pioniere als Waffengattung gibt es in Deutschland bereits seit etwa 250 Jahren. Ihr Aufgabenspektrum ist jedoch schon wesentlich älter.
Schon im Altertum fiel den Vorläufern der Pioniere die Durchführung aller erforderlichen Baumaßnahmen für eine militärische oder polizeiliche Maßnahme zu.


In erster Linie waren dies das Anlegen von Befestigungen, das Überwinden von Gewässern aller Art sowie das Mitwirken bei der Erstürmung von befestigten Städten und Lagern.
Da auch der BGS vielfältige Aufgaben bei der Grenzsicherung, bei der Sicherung der Einsatzfähigkeit seiner Abteilungen und bei Katastrophenfällen zu bewältigen hatte, war es unumgänglich, auch eine Komponente Pioniere in seinen Reihen aufzustellen.


Der Standort Rosenheim war dazu wie geschaffen, eine Abteilung Pioniere zunächst als Bauabteilung Süd, später als Technische Abteilung aufzunehmen.
Die Unterkunft in der Burgfriedstraße mit seinen Außenliegenschaften am Inn (Wasserübungsplatz) im Wald bei Egarten (Landübungsplatz und heute Standort des Technischen Museums) und einem Standortübungsplatz in Minstberg, eigneten sich hervorragend für diese Aufgabe.
Die Unterkunft selbst, war ja bereits während des zweiten Weltkrieges eine Unterkunft für das damalige Pionierbataillon 7.

Welche Aufgaben hatten nun diese „Pioniere“ des ehemaligen BGS?

  • Allgemeine Bauaufgaben wie z. B. Wegebau
  • Brückenbau z. B. Behelfsbrückenbau mit Balken und Stämmen
  • Brücken- und Fährenbau mit vorgefertigten Bausätzen z. B. des Schlauchbootbrückengerätes bis zu 18 t Gewicht
  • Sperrenbau bei Sonderlagen
  • Minensuche an der innerdeutschen Grenze nach Hochwässern und ähnlichen Wetterunbilden wenn von Seiten der ehemaligen DDR Minen angeschwemmt wurden.
  • Nicht zu vergessen die Katastropheneinsätze die immer wieder zu erledigen sind und waren.

Wie sieht es heute in der Bundespolizei mit „Pioniern“ aus?

Es gibt sie noch, wenn auch nicht mehr mit den klassischen Aufgaben der Vergangenheit.
Heute spielen Begriffe wie Stromversorgung, Ausleuchten von Einsatzstellen, Wasseraufbereitung oder die Schließtechnik eine wichtige Rolle.
Nicht zu vergessen ist auch das Beräumen von Einsatzstellen von Unrat und ähnlichem nach Demonstrationen, die wie das Beispiel des G 20 Gipfels in Hamburg zeigt..
Eine ganz anders geartete Tätigkeit hat sich erst in den letzten zwei Jahren da zugesellt, nämlich die Unterstützung der Einsatzkräfte der Bundespolizeiinspektionen bei der Durchsuchung von Eisenbahnzügen und Kraftfahrzeugen nach eingeschleusten Personen, die teilweise unter Lebensgefahr auf den Zügen mitfahren.

Und die Zukunft?

Die Frauen und Männer der Technischen Einsatzeinheiten sind immer ein wichtiger Teil eines Einsatzes.
Ob Demo, Schleuser, Schnee, Wasser, Sturm und Hagel…

Sie werden gebraucht!

Persönliche Ausstattung

Vom Scheitel bis zur Sohle

  1. Ausrüstungen

Eine Uniform ist etwas besonderes, sie unterstreicht die Autorität des Trägers und kennzeichnet seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation.
Bei der Aufstellung des BGS überlegte man sehr wohl wie diese „neue“ motorisierte Polizei gekleidet sein sollte.
Die schlimme Zeit des 2. Weltkrieges war Geschichte und es sollte ein Neuanfang werden.
Doch welche Möglichkeiten hatte man, um eine Organisation im Jahre 1951 auszurüsten.
Die damaligen Verantwortlichen suchte nach einer praktikablen Lösung.
Große Sprünge konnte man nicht machen, also griff man auf Ausrüstungen zurück, die zum Teil noch in alten Depots oder im Beutebestand der Alliierten war.

So kamen die Uniformen aus englischen Beständen die dann etwas modifiziert wurden.
Die Schuhe, halb hoch stammten noch aus Wehrmachtsbeständen.
Das gleiche galt für die Socken und die Hemden.
Der Stahlhelm, sei hier besonders erwähnt.
Er wurde teilweise aus Beutebeständen oder direkt vom Schrottplatz besorgt und aufgearbeitet.
So fanden sich in den Beständen, Helme der Baujahre 1935, 1940 und auch Bestände des vereinfachten Helms von 1942 wieder.

An eine Neuproduktion war nicht zu denken.
Die einschlägigen Stahlwerke (z. B. Stahlwerk Tallin in Brandenburg) waren zerstört oder in der sowjetischen Zone.
Die Feldflasche, der Spaten, der Rucksack alles war vorläufig aus ehemaligen Beständen der Wehrmacht.
Man achtete penibel darauf, das keine Zeichen der dunklen Vergangenheit erkennbar waren.
Erst mit dem Wiederaufleben der deutschen Industrie, konnte Zug um Zug neues Material beschafft werden.
Die Haushaltslage der Anfangszeit war auch sehr bescheiden und dadurch wurde so manche Beschaffung verzögert.

  1. Bewaffnung

Ein gewaltiges Problem stellte die Bewaffnung dar. Wo sollte man knapp fünf Jahre nach Kriegsende für 10 000 Mann plus 10 000 Mann der Bereitschaftspolizei der Länder, die Waffen her bekommen.

Es Stellte sich überhaupt die Frage, wie Bewaffnen wir den BGS? Was muss er können?

Nur Handfeuerwaffen, sprich Pistolen, Maschinenpistolen und Gewehre?
Oder braucht er zur Durchsetzung der Aufgaben auch schwere Waffen? (Schwere Waffen = Panzer, Artillerie)
Man einigte sich mit dem zuständigen alliierten Kontrollrat, das der BGS nur leichte Waffen tragen darf. Es sollte ja Polizei sein!
Nun begann das Suchen!
Durch gute Verbindungen eines verantwortlichen Ministerialrates signalisierten die Spanier, dass sie dem Bundesinnenministeriums ca. 40 000 Pistolen mit Zubehör der Marke Astra 600 im Kaliber 9 x 19 mm verkaufen würden.
(Pistole Astra 600, Hersteller Fa. Astra in Guernika in Spanien)
Das waren die ersten Pistolen die der BGS bekam!

Die benötigten Maschinenpistole für die Unterführer und Offiziere kaufte man in Italien bei der Fa. Beretta ein.
(Maschinenpistole Beretta Typ 38/49, Hersteller Fabbrica d‘ Armi, Petro Betretta, Kaliber 9 x 19 mm)
Es wurden aber auch Gewehre für jeden BGS-Beamten benötigt, diese kamen aus Frankreich  zunächst als Leihgabe.
Es war das Gewehre 98 k (Karabiner) im Kaliber 8 x 57 IS.
Da es sich um Beutewaffen der Franzosen die diese von der ehem. Wehrmacht erbeuteten, waren alle Hersteller vertreten.
Eine Besonderheit waren aber Karabiner 98 des Herstellers Mauser, Oberndorf/Neckar die unter französischer Besatzung im Jahre 1946 gebaut wurden. Codierung: SVW 46 MB.
SVW war der Herstellercode der Mauserwerke im Jahr 1945 der von den Franzosen weiterverwendet wurde.
Bei den erforderlichen Maschinengewehren, half ebenfalls die Franzosen und verkauften dem BGS Maschinengewehre 42, Kaliber 8 x 57 IS. Auch hier wieder Waffen von den unterschiedlichsten Herstellern.

Ein großes finanzielles Problem war auch die Beschaffung der passenden Munition.
So konnte unter erheblichen Aufwand die Gewehrmunition von den Franzosen und die Pistolenmunition von den Italienern und Spaniern gekauft werden.
Beim Kauf der Gewehre und Maschinengewehre konnten auch entsprechende Feldlafetten für die MG`s mit erworben werden.Diese werden später in der Geschichte der Kraftfahrzeuge noch eine Rolle spielen sollten.


Erst im Jahre 1954, nach einer gewissen Erholung der Wirtschaft von den Folgen des Krieges, besserte sich die Beschaffung.
Langsam änderte sich die Ausrüstung.
Neue Uniformen, neue Fahrzeuge, neue Waffen und vieles mehr kamen zum BGS.
Das Jahr 1955, brachte die Genehmigung durch die westlichen Alliierten und dem Bundestag, dass wieder eine Armee aufgestellt werden soll. (Amt „Blank“)
Der„Kalter Krieg“ machte diese Entscheidung erforderlich.
Für den BGS brachte die Aufstellung der Bundeswehr die Möglichkeit, dass die BGS-Angehörigen wählen durften, ob sie im BGS bleiben oder mit einem höheren Dienstgrad zur Bundeswehr übertreten.
Ca. 8000 Mann nahmen das Angebot an und traten mit der kompletten Ausrüstung wie Fahrzeuge, Waffen und auch Unterkünften zur Bundeswehr über.

Nur ein kleiner Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Zeitraum 1951 bis 1960

Funkgeräte

Funkgeräte die beim Bundesgrenzschutz eingesetzt wurden und heute in unserem Museum ausgestellt sind:
von Karl-Heinz Pohlmann

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Bild 1: Der Horchempfänger C 1 war nur kurze Zeit nach der Aufstellung des BGS im Einsatz. – Baujahr 1937 bis 1939

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Bild 2: Der Empfänger E 348 war ein amerikanisches Massenprodukt, was bis Mitte der 60er Jahre im Einsatz. – Baujahr 1945 bis 1948

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Bild 3: Der Empfänger EK 07 vom Hersteller Rhode & Schwarz war lange Jahre beim Funkbeobachtungsdienst im Einsatz. Der FB-Dienst war Spezialeinheit mit 3 Dienststellen in Lübeck, Hangelar und Rosenheim, später noch Meppen.

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Bild 4: Der Funkempfänger Fu E 4 von der Firma Lorenz wurde Anfang der 60er Jahre beschafft und bis Mitte der 70er Jahre in den meisten BGS-Fernmeldezügen in Betrieb. Baujahre ab 1959.

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Bild 5: Der Sender Fu S 4 mit dem Netzgerät NG 4 und dem Fu E 4 ist sicher der am längsten genutzte Gerätesatz im BGS.

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Bild 6: Der VHF/UHF-Empfänger der Firma Rhode & Schwarz (ESM + EZP) wurde vom FB-Dienst für unterschiedlichste Einsatzlagen genutzt.

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Bild 7: Das Springschreibanschlussgerät aus dem Jahr 1942 wurde nach der Aufstellung des BGS als Fernschreibanschlussgerät genutzt.