Pionierwesen

Pioniere oder Technischer Einsatzdienst

Die Pioniere als Waffengattung gibt es in Deutschland bereits seit etwa 250 Jahren. Ihr Aufgabenspektrum ist jedoch schon wesentlich älter.
Schon im Altertum fiel den Vorläufern der Pioniere die Durchführung aller erforderlichen Baumaßnahmen für eine militärische oder polizeiliche Maßnahme zu.


In erster Linie waren dies das Anlegen von Befestigungen, das Überwinden von Gewässern aller Art sowie das Mitwirken bei der Erstürmung von befestigten Städten und Lagern.
Da auch der BGS vielfältige Aufgaben bei der Grenzsicherung, bei der Sicherung der Einsatzfähigkeit seiner Abteilungen und bei Katastrophenfällen zu bewältigen hatte, war es unumgänglich, auch eine Komponente Pioniere in seinen Reihen aufzustellen.


Der Standort Rosenheim war dazu wie geschaffen, eine Abteilung Pioniere zunächst als Bauabteilung Süd, später als Technische Abteilung aufzunehmen.
Die Unterkunft in der Burgfriedstraße mit seinen Außenliegenschaften am Inn (Wasserübungsplatz) im Wald bei Egarten (Landübungsplatz und heute Standort des Technischen Museums) und einem Standortübungsplatz in Minstberg, eigneten sich hervorragend für diese Aufgabe.
Die Unterkunft selbst, war ja bereits während des zweiten Weltkrieges eine Unterkunft für das damalige Pionierbataillon 7.

Welche Aufgaben hatten nun diese „Pioniere“ des ehemaligen BGS?

  • Allgemeine Bauaufgaben wie z. B. Wegebau
  • Brückenbau z. B. Behelfsbrückenbau mit Balken und Stämmen
  • Brücken- und Fährenbau mit vorgefertigten Bausätzen z. B. des Schlauchbootbrückengerätes bis zu 18 t Gewicht
  • Sperrenbau bei Sonderlagen
  • Minensuche an der innerdeutschen Grenze nach Hochwässern und ähnlichen Wetterunbilden wenn von Seiten der ehemaligen DDR Minen angeschwemmt wurden.
  • Nicht zu vergessen die Katastropheneinsätze die immer wieder zu erledigen sind und waren.

Wie sieht es heute in der Bundespolizei mit „Pioniern“ aus?

Es gibt sie noch, wenn auch nicht mehr mit den klassischen Aufgaben der Vergangenheit.
Heute spielen Begriffe wie Stromversorgung, Ausleuchten von Einsatzstellen, Wasseraufbereitung oder die Schließtechnik eine wichtige Rolle.
Nicht zu vergessen ist auch das Beräumen von Einsatzstellen von Unrat und ähnlichem nach Demonstrationen, die wie das Beispiel des G 20 Gipfels in Hamburg zeigt..
Eine ganz anders geartete Tätigkeit hat sich erst in den letzten zwei Jahren da zugesellt, nämlich die Unterstützung der Einsatzkräfte der Bundespolizeiinspektionen bei der Durchsuchung von Eisenbahnzügen und Kraftfahrzeugen nach eingeschleusten Personen, die teilweise unter Lebensgefahr auf den Zügen mitfahren.

Und die Zukunft?

Die Frauen und Männer der Technischen Einsatzeinheiten sind immer ein wichtiger Teil eines Einsatzes.
Ob Demo, Schleuser, Schnee, Wasser, Sturm und Hagel…

Sie werden gebraucht!